Theaterbesuch der Klasse 11b
Gegen Ende des Schuljahres 2007/08 besuchte die Klasse 11b im Rahmen des Deutschunterrichts das Theater Freiburg und sah sich gemeinsam das Stück „Frühlingserwachen“ von Frank Wedekind an. Zu diesem Anlass nahm die Klasse trotz des anstehenden EM Fußball-Spiels den Anfahrtsweg nach Freiburg auf sich und erschien in Abendgarderobe. Glücklicherweise war es sogar möglich, die Schauspieler aus nächster Nähe zu beobachten, da die gesamte Klasse Plätze in der ersten Reihe bekam. Die moderne und sehr provozierende Inszenierung bot im Anschluss noch regen Gesprächsstoff und wurde im Deutschunterricht ausgiebig diskutiert. Zwei Schülerinnen haben ihre Eindrücke zum Stück in einem Bericht zusammengefasst:
Unzusammenhängende Sätze ohne Sinn oder doch ein Konzept?
In der Tragödie „Frühlingserwachen“ von Frank Wedekind (1864 – 1918) werden die aktuellen Konflikte zwischen Jugendlichen und Erwachsenen sehr anschaulich dargestellt.
Die fünf Hauptdarsteller Gabriel von Berlepsch (Melchior), Jens Bohnsack (Moritz), Elisabeth Hoppe (Martha), Melanie Lüninghöner (Wendla) und Martin Weigel (Rilow) schlüpfen in die Rollen von verwirrten, pubertären Jugendlichen, die versuchen, sich in der ihnen noch unbekannten Welt der Erwachsenen zurechtzufinden. Sie wachsen fast alle in prüden Verhältnissen auf, was sie dazu bewegt, ihre Erfahrungen selber zu machen. Dies führt bis hin zum Selbstmord von Melchior, der mit dieser Welt nicht fertig wird. Durch das ständige Verändern des Bühnenbilds und die etwas wirre Ausdrucksweise der Jugendlichen wird deren inneres Chaos gut widergespiegelt. Wedekind zeigt somit, dass auch Familien, die Obszönem ursprünglich den Rücken zeigten und die Augen zumachten, keineswegs davor geschützt sind, dass auch ihre Mitglieder in Gewalthandlungen und Ähnliches verwickelt werden.
Zunächst scheint diese ungewöhnliche und moderne Darstellungsweise etwas chaotisch und der Zuschauer findet nicht sofort Zugang zu dem Geschehen. Doch bald wird klar, dass genau so die Welt aus den Augen eines Jugendlichen aussehen muss: durcheinander und widersprüchlich. Nun wird alles verständlicher und für den Zuschauer nachvollziehbarer, bis man nur noch fasziniert darüber sein kann, wie überzeugend die Schauspieler ihre Rolle mimen und den Zuschauer mitreißen in die Welt eines pubertierenden Jugendlichen.
Insgesamt ist es dem Regisseur und den Schauspielern sehr gelungen, dem Publikum anschaulich das Leben eines Teenagers zu vermitteln. Es ist zwar Geschmacksache, ob dem Einzelnen die moderne Inszenierung zusagt, aber es ist eine ganz andere Art der Nahebringung dieser Thematik und deshalb durchaus empfehlenswert.
Lydia Brasse, Verena Eyhorn (11b)

