KGN Briefkopf

G8 am Kreisgymnasium Neuenburg

Die folgenden Dokumente (PDF) geben Ihnen einen Überblick über die Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8) und den Stand der Diskussion darüber am Kreisgymnasium Neuenburg.

G8 – Eine Bilanz nach 18 Monaten

Die positiven Erfahrungen

  1. Die Grundschulempfehlungen spiegeln die Entwicklung der Kinder bis auf wenige Ausnahmen wider.
  2. Die Schüler der Grundschule waren sowohl methodisch als auch fachlich durchweg sehr gut auf das Gymnasium vorbereitet.
  3. Die Kooperationsgespräche Grundschule-Gymnasium werden von allen Beteiligten als sehr hilfreich empfunden und haben im Bereich unseres Regionalen Verbundes bereits ein hohes gegenseitiges Informationspotential geschaffen.
  4. Die Maßnahmen wie Hilfen zum Übergang am KGN (z.B. Betreuung durch Klassenpaten, kein Nachmittagsunterricht in den ersten Wochen) sind durchweg positiv aufgenommen worden und sollten beibehalten werden.
  5. Das gilt auch für das im Schulcurriculum des KGN verankerte Projekt Ankommen am KGN, die Orientierung in der Schulstadt, das Fächer übergreifende Projekt Olympia oder die Herstellung der Goba Schläger (Deutsch, Kunst, Sport).
  6. Die Verwendung der Poolstunden in Klasse 5 für Methodentraining/ ITG und der Klassenstunde scheint sich ebenfalls zu bewähren.
  7. Das Schullandheim mit Schwerpunkt Sozialverhalten/ Erlebnispädagogik am Ende von Klasse 5 zur Festigung des Klassenverbandes wurde auch von Elternseite begrüßt.
  8. Der Austausch mit der französischen Partnerklasse in Klasse 6 wurde sehr gut bewertet.
  9. Die Klassendurchschnitte in den Halbjahresinformationen sind 2,2 bzw. 2,0 in den beiden 5. Klassen G8 sowie 2,3 in beiden 6. Klassen G8.
  10. Die Kompetenzen in den Fremdsprachen der 6. Klassen werden von allen Kollegen weitaus besser eingeschätzt als in den vergleichbaren Klassen G9.
  11. LRS: Fantasiebegabte Kinder können bei entsprechender Berücksichtigung ihrer Schwäche und gezielter Förderung den Anforderungen des Gymnasiums gerecht werden.

Das Feedback zu G8

Basis sind:
  • Einführung von G8 mit den beiden Fremdsprachen Französisch und Englisch ab Schuljahr 2004/5
  • Jeweils 2 Parallelklassen
  • eine Elternumfrage in einer 6. Klasse
  • Lehrerumfrage bei Eltern der anderen 6. Klasse
  • Elternabende in beiden 6. Klassen am Ende der Klasse 5
  • Lehrerkonferenzen, Eltern/ Lehrergespräche, Gespräche der Schulleitung mit Eltern, Schülern und Lehrern
  • Grundschulkooperation 2005
  • sowie die Grundschulkooperation 2006 mit Grundschulkollegen
    der jetzigen Klassen 4 und 5
  • Notenbild Jahreszeugnis 2004/5 bei den Klassen 6
  • Ergebnisse der Halbjahreskonferenzen 2005/6 am 27.1.2006
  • Ergebnisse des Workshops G8 der Klassenstufen 5 und 6 am 7.2.2006

Es wurden alle uns bekannten Äußerungen aufgenommen ohne eine quantitative oder qualitative Gewichtung.

Die grundsätzlichen Bedenken:
  • Eltern von eher mathematisch begabten Kindern zögern, ihr Kind auf das Gymnasium zu schicken wegen des Schwerpunktes auf den Fremdsprachen in der Orientierungsstufe.
  • Die Notenbildungsverordnung wurde nicht verändert, statt bisher in G9 einer sind nun zwei Fremdsprachen versetzungsrelevant.
  • Die Bildungsstandards für die Fremdsprachen scheinen zu anspruchsvoll.
  • „Nicht nur am KGN warten manche Schüler sehnsüchtig darauf, Französisch irgendwann schnell abzuwählen.“
  • Zu viele Nachmittage sind durch die Schule verplant (beeinträchtigt Freizeit, Familie, Vereine).
  • Leistungsdruck und Angst vor der Schule können Ursache für psychosomatische Störungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit sein.
  • 206 Stunden werden als zu viel erachtet.
  • Es ist in der Praxis nicht erkennbar, dass die Stofffülle reduziert wurde.
  • Der Klassenteiler 33 erschwert leistungsdifferenzierten Unterricht.
  • Die Problematik des doppelten Abiturjahrganges 2012.
Die Probleme im Einzelnen:
  • Die Einschätzung der Kinder bezüglich deren Abstraktionsvermögen und der Fähigkeit zu Perspektivenwechsel erfolgte in den Anfangsklassen Gymnasium nicht immer realistisch und der unterschiedlichen Entwicklung entsprechend.
  • Die aktive Beherrschung der (lateinischen) Bezeichnung von grammatikalischen Strukturen wurde häufig vorausgesetzt, vor allem im Fach Deutsch und im Fremdsprachenunterricht obwohl die Grundschulen dies nur teilweise unterrichten. Die Voraussetzungen der Schüler waren sehr unterschiedlich.
  • Die Französischlehrer am Gymnasium hatten nicht immer vor Augen, dass die Grundschule Französisch nur mündlich in 2 Wochenstunden vermittelt und keine Klassenarbeiten geschrieben werden.
    Durch den (fast) ausschließlich mündlichen Unterricht in der Grundschule machen sich die Schüler zum Teil falsche Vorstellungen über die Schreibweise der französischen Wörter und übertragen diese auf den Unterricht im Gymnasium, dies erschwert die Vermittlung der richtigen Schreibweise.
  • Im Fach Erdkunde wurde Kartenkunde und Wissen über Baden-Württemberg vorausgesetzt, obwohl die Grundschule den Schwerpunkt auch auf das Fach Biologie legen kann.
  • Die Hausaufgaben in den Fremdsprachen waren teilweise zu umfangreich und im Klassenteam nicht koordiniert.
  • Das Gewicht der Bücherranzen war teilweise viel zu groß, in einzelnen Fächern wurden bis zu vier Hefte und Ordner eingesetzt.
  • Die Klassenarbeiten waren zeitlich ungleichmäßig auf das Schuljahr verteilt.
  • Die Wahl des Englischbuches am KGN wurde kritisiert (Qualität des Übungsheftes und Vermittlung der Grammatik nicht alters- und lerngerecht).
  • Bei der zeitlichen und teilweise auch emotionalen Belastung war eine fürsorgliche Begleitung der Eltern nötig, diese bezog sich auf Ermutigung und Stabilisierung, auch auf die Hilfe bei Hausaufgaben oder Bezahlung von Nachhilfeunterricht. Nicht alle Familien können dies leisten.
  • Manche Eltern befürchten, die Vielzahl an Angeboten am KGN wie Schullandheime, Projekte oder Sprachreisen langfristig nicht finanzieren zu können.
  • Erweiterung der Ganztagesbetreuung als Angebot für Familien, denen eine Unterstützung ihres Kindes am Nachmittag nicht möglich ist wurde gewünscht (z.B. gezielte Hausaufgabenbetreuung, Förderunterricht).
  • Schüler wurden für das zu spät kommen gerügt, obwohl die Schulbusse Verspätung hatten. Die Situation in den Schulbussen bedarf einer Verbesserung durch Busbegleiter und verstärkter Präsenz von Kontrollen bei Überfüllung oder Fehlverhalten von Fahrgästen.

Mögliche Maßnahmen

Diese Maßnahmen werden zu ergänzen und den entsprechenden Vorgaben anzupassen sein und allen schulischen Gremien zur Diskussion und Entscheidung über die Umsetzung vorgelegt werden.

  1. Ggf. Diskussion über die Kontingentstundentafel und die Einführung der 2. Fremdsprache.
  2. Diskussion über die Verwendung der Poolstunden in 5 und 6
    (Evtl. Förderstunden für nur einen Teil der Schüler in Klasse 6 ).
  3. Konkretisierung und Veröffentlichung des Schulcurriculums zur Information von Eltern und Schülern (bisher nur für Kollegium zugänglich).
  4. Genaue Information aller Kollegen in der Orientierungsstufe über die Voraussetzungen aus der Grundschule sowie Erläuterung der Erkenntnisse aus Lern- und Entwicklungspsychologie.
  5. Doppelstunden ohne Zwischenstundenläuten haben sich an sehr vielen Schulen bereits bewährt und würden die Menge an Schulbüchern und Hausaufgaben/ Tag reduzieren.
  6. Stundenplan nach Möglichkeit gültig für das ganze Schuljahr zur besseren Planung der außerschulischen Aktivitäten der Kinder und Familien.
  7. Anschaffung von neuen für G8 konzipierten Schulbücher im Rahmen der vom Schulträger bereitgestellten Mittel.
  8. Weniger Schulhefte und –bücher pro Fach einsetzen.
  9. Methodentraining gezielter in den einzelnen Fächern vermitteln (insbesondere auch Vokabellernen). Hausaufgabenerfassung und Wochenplan erstellen als Pflichtpensum im Methodentraining. Ebenso sinnvolles Packen des Schulranzens (nicht benötigte Materialien zu Hause oder im Schließfach lassen, Absprachen über Mitbringen von Schulbüchern mit den Banknachbarn).
  10. Absprachen über Hausaufgaben, Klassenregeln und Sanktionen
    in den Klassenteams.
  11. Der Klassenlehrer ist für die zeitliche Koordinierung der Hausaufgaben zuständig, auf den Stundenplan ist Rücksicht zu nehmen, das Gleiche gilt für die Koordinierung der Klassenarbeiten.
  12. Hausaufgabentafel (Was, bis wann, ungefähre Dauer) damit die Hausaufgaben des ganzen Tages gesammelt werden können und nicht nach der Stunde wieder von der Tafel gewischt werden.
  13. Klassenarbeitsplaner in allen Klassenräumen aufhängen zur besseren Information der Schüler und zur Förderung des selbstverantwortlichen Lernens.
  14. Hausaufgabenhilfe und Förderunterricht durch Ober- und Mittelstufenschüler.
  15. Förderung durch Einrichten von Französisch- oder MatheAGs oder Verwendung von Poolstunden.
  16. Eltern müssen noch umfassender geschult und informiert werden (z.B. Elternabend Mathematik zur Information über „neue Wege zur richtigen Lösung“).
  17. Kommunikation Elternhaus/ Schule – Ermutigung zum gezielten Nachfragen über Leistungsstand und Verhalten der Schüler auch außerhalb der Sprechtage und Elternpflegschaften.
  18. Schulspezifische Leselisten als Jahreshausaufgabe.
  19. Pädagogische Konferenzen im November.

Veröffentlicht am 06.07.2007, zuletzt geändert am  21.01.2008 • KGN » Über uns » Schwerpunkte und ZieleStichwörter: , , , , , ,