KGN Briefkopf

Privatsphäre im SchülerVZ schützen

Schau Dir einmal die folgenden drei Fotos an und lasse sie auf Dich wirken.

stalker-02-20080320-162321

Wir würdest Du Dich fühlen, wenn Du erfahren würdest, dass Dich jemand heimlich beobachtet?

stalker-01-20080320-162224

Würdest Du wollen, dass dieser Beobachter vor Deinem Fenster steht?

peeping-keyhole-20080320-162356

Würdest Du wollen, dass Dich jemand durchs Schlüsselloch beobachtet?

Gestellte Situationen …

Die drei Fotos sind gestellt, aber wahrscheinlich hättest Du Dich in allen drei Situationen nicht wohl gefühlt. Kaum jemand findet den Gedanken angenehm, heimlich verfolgt und beobachtet zu werden. Fast jeder Mensch möchte sein persönliches Umfeld (man nennt das „Privatsphäre“) vor ungewollten Beobachtern schützen. Deshalb macht man in bestimmten Situationen zu Hause die Tür hinter sich zu oder unterhält sich über bestimmte Themen nur leise und nur mit vertrauten Personen.

… echte Situationen

Im „realen“ Alltag (z.B. in der Schule oder zu Hause) ist es für einen heimlichen Beobachter gar nicht so einfach, diese Privatsphäre zu durchbrechen, ohne dabei erwischt zu werden.

Es gibt aber ein Umfeld, in dem die Verletzung der Privatsphäre sehr viel leichter ist: im „virtuellen“ Alltag des Internets.

Denke einmal kurz nach …
  • Was könnte ein heimlicher Beobachter über Dich erfahren, wenn er oder sie Deine SchülerVZ Seite lesen würde?
  • Welche Fotos könnte jemand heimlich anschauen oder sogar auf seinem PC speichern, wenn er Dein Fotoalbum im SchülerVZ (oder bei Facebook, bei MySpace oder bei einer anderen Internetseite) durchblättern würde?
  • Möchtest Du diese Informationen und Bilder wirklich jeder beliebigen Person zeigen?
  • Hast Du Deine Daten und Fotos vor solchen ungewollten Beobachtern geschützt?
  • Könntest Du alles, was Du auf Deiner SchülerVZ Seite zeigst und sagst, auch ausgedruckt in der Schule ans schwarze Brett hängen? (Das schwarze Brett in der Schule und das SchülerVZ sind beide etwa gleich „öffentlich“, daher solltest Du Deine Äußerungen und Daten im SchülerVZ genauso behandeln wie einen Aushang in der Schule).

Jeder kann ins SchülerVZ

Das SchülerVZ (und auch andere Seiten wie MySpace oder Facebook) sind dazu da, Kontakte mit anderen zu knüpfen und sich mit Leuten auszutauschen, die man kennt oder die man kennen lernen möchte. Allerdings sind diese Seite eben auch Teil des Internets, so dass jeder Mensch auf der Welt darauf zugreifen kann.

Zwar braucht man für das SchülerVZ eine Einladung, doch die ist leicht zu bekommen — entweder von Bekannten oder von zwielichtigen Internetseiten, die gefälschte Einladungen anbieten. Es kann also jeder ins SchülerVZ, der das möchte.

Dabei spielt es zunächst einmal keine Rolle, ob dieser Jemand 15 oder 55 Jahre alt ist. Online kann man jede „Persönlichkeit“ annehmen, die man möchte, und die übrigen Teilnehmer können zunächst einmal nicht überprüfen, wer sich hinter einem Benutzernamen verbirgt. Aus diesem Grund ist es wichtig, einige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um die eigene Privatsphäre zu schützen.

Glücklicherweise haben die Macher des SchülerVZ hierfür eine ganze Reihe von technischen Möglichkeiten eingebaut.

Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre im SchülerVZ

Zunächst klickt man im Menü auf der linken Seite auf Meine Privatsphäre.

svz-20080319-191104

Wer darf meine Seite sehen?

Die erste Einstellung regelt, wer Deine Seite sehen kann. Hier solltest Du Nur meine Freunde einstellen, denn ansonsten zeigst Du Millionen von wildfremden Menschen im SchülerVZ Deine Daten und Fotos.

svz-20080319-191324

Nachdem Du Nur meine Freunde aktiviert hast, werden noch zusätzliche Einstellungen sichtbar. Auch hier empfiehlt es sich, Nur meine Freunde zu aktivieren. Warum? Schon die Einstellung Alle Leute an meiner Schule … umfasst unter Umständen einige hundert Benutzer, von denen Du viele nicht kennst. Und auch wenn Du nur Meine Freunde und deren Freunde aktivierst, erlaubst Du damit Fremden den Zugriff auf Deine Daten, denn viele Leute im SchülerVZ haben sehr viele „Freunde“, von denen sie viele gar nicht richtig kennen.

Wenn Du zum Beispiel 20 Leute in Deiner Freundeliste hast und jeder von denen 10 weitere „Freunde“ hat, haben 220 Leute Zugriff auf Deine Seite (Deine 20 Freunde plus 20 × 10 Freunde Deiner Freunde — wir gehen in diesem Beispiel davon aus, dass jeder „Freund“ Deiner Freunde eine neue Person ist, die Du nicht in Deiner Liste hast). Von diesen 220 kennst Du nur 20 wirklich gut, von den übrigen 200 kennst Du einige im besten Fall flüchtig, viele wahrscheinlich überhaupt nicht.

Daher solltest Du Deine Seite wirklich nur Deinen Freunden zeigen und auch nur Leute in die Freundeliste aufnehmen, die Du persönlich kennst und mit denen Du wirklich etwas zu tun haben möchtest. Denn jeder, der Deine Seite und Deine Fotos sehen kann, kann diese auch speichern und möglicherweise „Späße“ damit treiben, die Dir nicht recht sind.

Wer darf mich verlinken?

Das Verlinken auf Fotos ist natürlich Teil des Spaßes, der das SchülerVZ ausmacht. Allerdings solltest Du auch hier etwas vorsichtig sein: nicht immer empfinden Leute die gleichen Dinge als „spaßig“ und manche Leute aus Deiner Freundeliste haben vielleicht unterschiedliche Vorstellungen davon, was „witzig“ oder „in Ordnung“ ist. Daher solltest Du Dich nur verlinken lassen, nachdem Du zugestimmt hast.

svz-20080319-191416

Anzeige des Namens und des Geburstdatums

Dein Name ist einzigartig und ein Teil dessen, was Dich als Person ausmacht. Du solltest ihn daher besonders schützen und sorgsam damit umgehen. Für Fremde reicht es, wenn Sie Deinen Vornamen und den ersten Buchstaben Deines Nachnamens sehen. Wenn jemand erstmal Deinen vollständigen Namen weiß, kann er Dir leichter hinterher „schnüffeln“ und mehr über Dich heraus finden. Das solltest Du möglichst verhindern.

Wenn Du gerne Glückünsche zum Geburstag bekommen möchtest, kannst Du Deinen Geburstag anzeigen lassen — allerdings am besten ohne das Geburtsjahr. Denn nicht jeder muss wissen, wie alt Du genau bist. Auch das ist eine Information, die das weitere Ausschnüffeln leichter macht.

svz-20080319-191520

Aus der Suche ausschließen

Mit der Suchfunktion kann Dich jede beliebige Person im SchüerVZ „aufspüren“. Wenn Du die oben genannten Einstellungen jeweils wie vorgeschlagen durchgeführt hast, ist das zwar nicht mehr ganz leicht, aber dennoch möglich. Daher solltest Du Deine Seite aus der Suche ausschließen — schließlich kennen Deine Freunde die Seite sowieso und Fremde müssen sie ja eigentlich nicht kennen.

svz-20080319-191703

Weitere Einstellungen

Du kannst noch verschiedene weitere Einstellungen vornehmen: schau Dir die Seite zur Privatsphäre genau an und überlege, wie „öffentlich“ Du sein möchtest.

Fazit

Wie viel möchtest Du von Dir preisgeben? Wie „öffentlich“ möchtest Du sein? Diese Frage solltest Du Dir bei allen Aktivitäten im Internet stellen. Denn leider gibt es im Internet nicht nur Deine Freunde, sondern auch weniger nette Leute. Wenn Du wachsam und bedacht mit Deinen Daten umgehst, kannst Du das Internet entspannter nutzen ohne befürchten zu müssen, unangenehme Überraschungen zu erleben.

Veröffentlicht am 20.03.2008, zuletzt geändert am 24.03.2008 • KGN » Unterricht » ITG (Medien)Verantwortlich: KalStichwörter: , , , , , , , ,
Dieses Werk steht unter der Creative Commons Lizenz BY-NC-SA.